Alltagsbegleiter wie wird man das?

Sie pflegen nicht und geben keine Medikamente. Sie sind einfach nur da und hören zu. Sie helfen bei Anträgen oder im Haushalt. Alltagsbegleitungen sind immer mehr gefragt. Wer kann Alltagsbegleitung werden und was muss sie tun?

Alltagsbegleitung als sinnvolle Beschäftigung

Menschen mit einer Pflegestufe, egal welcher Höhe, haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag. Die bis zu 125 Euro im Monat sind zweckgebunden einzusetzen. Genutzt werden können sie für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger. Auch zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen wird das Geld eingesetzt. Den Betrag können Betroffene beispielsweise für Hilfe im Haushalt oder die Bewältigung anderer Aufgaben im Alltag in Anspruch nehmen. Alltagsbegleitungen sind dann zur Stelle.

Fachkenntnisse notwendig

Voraussetzung für die Tätigkeit als Alltagsbegleitung sind hauswirtschaftliche, pädagogische oder soziale Berufe. Schulungen sind während der Tätigkeit in einem vorgeschriebenen Umfang zu belegen. Die Tätigkeiten ermöglichen den Pflegebedürftigen, trotz ihrer Beeinträchtigungen weiterhin möglichst selbstständig am Alltag teilhaben zu können. Auch können sie für betreuende Familienangehörige oder Freunde eine Entlastung bedeuten.

Hilfe zur Selbstständigkeit

Persönliche Zuwendung und praktische Hilfen stehen bei der Tätigkeit der Alltagsbegleitung im Vordergrund. Alltags- und Freizeitgestaltung oder vergleichbare Aktivitäten sind gefragt. Alltagsbegleitungen helfen mit kleinen Handreichungen um bestehende Überforderungen abzubauen und eine mögliche soziale Isolation der Betroffenen zu vermeiden oder zu reduzieren. Vorhandene Fähigkeiten sollen gestärkt werden. Die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der Bedürftigen können mit der Unterstützung erhalten oder zurückgewonnen werden. Ein längerer Aufenthalt im häuslichen Umfeld wird möglich.

Keine Pflegeaufgaben

Praktische Beispiele für die Tätigkeiten von Alltagsbegleitungen sind: Hilfestellungen bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben in der häuslichen Umgebung oder die Begleitung beim Wocheneinkauf. Auch die Fahrt zum Arzt oder anderen Terminen wie der Besuch bei einer Behörde kann eine Aufgabe sein. Gemeinsames Kochen oder Vorlesen und Zuhören sind ebenso Möglichkeiten, dei Betroffenen zu unterstützen. Die medizinisch –pflegerische Versorgung wird in jedem Fall von entsprechenden Fachkräften übernommen.

 

Im Rahmen der Angebote zur Unterstützung im Alltag sind Alltagsbegleiter in Niedersachsen ehrenamtlich tätig. Soll diese Leistung nicht mithilfe von ehrenamtlichen Kräften erbracht werden, muss eine Zulassung als Betreuungsdienst bei einem Landesverband der Pflegekassen beantragt werden.

Lesetipp:

Weitergehende Informationen zu diesem Thema bekommen Sie beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hildesheim und bei den Landesverbänden der Pflegeversicherung. Den für Ihren Landkreis zuständigen Landesverband finden Sie hier.

Anspruch auf Unterstützung

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Text: Dagmar Hofnagel, Foto: Pflege.de

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