Mann mit Rollator im Stall

Warum haben wir das nicht eher gemacht?

Alltagsbegleitung ist auch beim Maschinenring Dithmarschen im schleswig-holsteinischen Heide seit fast einem Jahr ein Thema. Über direkte Werbung hat Katja Hackert aus Brunsbüttel von dem neuen Angebot erfahren.

Anspruch auf 125,- € im Monat

Das Pflegestärkungsgesetz macht es möglich: Menschen mit einem Pflegegrad von eins bis fünf haben Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbeitrag. Das bedeutet, der Pflegebedürftige selber oder seine Angehörigen können Hilfe in Höhe von 125 Euro im Monat in Anspruch. Dafür können sie sich beispielsweise Hilfe für den Haushalt oder die Bewältigung anderer Aufgaben im Alltag besorgen. Alltagsbegleitung nennt sich diese Möglichkeit der Unterstützung. Die Pflegekasse bezahlt. Der Maschinenring wickelt ab.

Katja Hackert und Ernst–Otto Wilkens aus Brunsbüttel haben von der neuen Dienstleistung „ihres“ Maschinenrings über direkte Werbung erfahren. „Da lag in der Weihnachtspost vom Maschinenring eine Karte mit dem Angebot der Alltagsbegleitung. Wir haben sie einfach mal aufgehoben“, erzählt Ernst-Otto Wilkens. Als ehemaliger Landwirt ist er Mitglied im Ring und dem Verein sehr verbunden.

Schnelle Hilfe

Dann wurde seine Lebenspartnerin krank und bekam einen Pflegegrad. „Da ist uns diese Karte wieder eingefallen. Und wir haben uns mit der zuständigen Ansprechpartnerin Anja Markoc beim Maschinenring in Heide in Verbindung gesetzt“, ergänzt Katja Hackert. Jetzt kommt Freia Niebuhr einmal in der Woche für Hausarbeiten in den Privathaushalt. Mit dem Angebot ist Katja Hackert sehr zufrieden. „Die Hilfe bedeutet eine große Entlastung für mich“. Und sie versteht sich gut mit Freia Niebuhr. Das ist für Geschäftsführer Thies Siebels sehr wichtig. „Die Chemie zwischen den Menschen muss stimmen“.

Große Erleichterung

Insgesamt sind fünf Alltagsbegleitungen für den Maschinenring Dithmarschen im Einsatz. Drei Viertel der Einsätze finden auf landwirtschaftlichen Betrieben statt. 25 Prozent der Alltagsbegleiter sind in Privathaushalten tätig. Für landwirtschaftliche Familien ist die Hürde oft hoch, sich bei der Betreuung helfen zu lassen, weiß Thies Siebels aus Erfahrung. Man will alles selbst schaffen. Wenn der Schritt aber einmal getan ist und eine Helferin regelmäßig auf den Hof kommt, dann ist die Erleichterung über die Entlastung groß. „Dann höre ich immer wieder mal: Warum haben wir das nicht schon eher gemacht“.

Stetig wachsende Nachfrage

Um auf ihr neues Angebot aufmerksam zu machen, betreiben die Maschinenringe Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Präsenz im Internet und anderen Medien informieren Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen in der Umgebung ihre Patienten. In Apotheken, Sozialstationen und Sanitärhäusern liegen Flyer aus. Auch innerhalb der Maschinenringkundschaft wird Werbung betrieben.

Auch der Maschinenring Husum-Eiderstedt in Treia bietet diese Dienstleistung seit diesem Jahr an. Auf die Erfahrungen und Kompetenz des Maschinenrings Mittelholstein in Nienborstel wird gern zurückgegriffen. Hier liegen die meisten Erfahrungen vor. Landesgeschäftsführer in Schleswig-Holstein Lars Reinhold freut sich über diese Entwicklung.

Lesetipp:

Weitergehende Informationen zu diesem Thema bekommen Sie beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hildesheim und bei den Landesverbänden der Pflegeversicherung. Den für Ihren Landkreis zuständigen Landesverband finden Sie hier.

Lesen Sie mehr unter: Kein Tag ist wie der andere und Pflegebedürftige haben Anspruch auf Unterstützung und Alltagsbegleiter - wie wird man das?

Lesetipps:

Anspruch auf Unterstützung

Kein Tag wie der andere

Alltagsbegleiter – wie wird man das?

Text: Dagmar Hofnagel, Foto: Landpixel

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