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Arbeitsschutz in der Landwirtschaft - nie gehört?

Fakt ist: Jeder Landwirt in Deutschland ist dazu verpflichtet die Auflagen des Arbeitsschutzgesetzes einzuhalten, sofern er einen Angestellten hat. Gesetzlich ist es so geregelt, dass beispielsweise ein Landwirt mit bis zu 15 Mitarbeitern die sicherheitstechnische Betreuung auf dem eigenen Betrieb selber vornehmen kann – die Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an Kursen des „LUV- Modells“ (landwirtschaftliche Unfallversicherung), egal ob die Berufsgenossenschaft dazu aufgefordert hat oder nicht.

Egal ob die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft dazu aufgefordert hat oder nicht.

Anschließend bedeutet dies jedoch, dass sämtliche Maßnahmen und Verpflichtungen in Eigenregie vom Landwirt umgesetzt werden müssen. Dieses Modell wird von Landwirten auch sehr gut angenommen, nur stellt der Zeitaufwand irgendwann ein Problem dar. Und sobald sich ein Mitarbeiter bei einem Arbeitsunfall verletzt oder sogar stirbt, wird der Landwirt ins Verhör der Berufsgenossenschaft gezogen, um nachzuweisen, dass er sich an die Vorgaben des Gesetzes gehalten hat. Falls er dies nicht bestätigen kann, trifft ihn möglicherweise die Mitschuld.

Damit Vorfälle dieser Art gar nicht erst eintreten, haben die Maschinenringe in Niedersachsen die FASI ins Leben gerufen.

FASI – auch bekannt unter „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ heißen die Spezialisten für die Arbeitssicherheit. Sie sind Mitarbeiter des Maschinenrings und haben die Aufgabe Mitglieder dabei zu unterstützen, die Vorgaben zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz umzusetzen, um auf Betrieben für mehr Sicherheit und eine längere Gesundheit der Landwirte zu sorgen. Das Thema Haftung spielt dabei auch eine große Rolle. Und da die Maschinenringe für eine zuverlässige und seriöse Dienstleistung stehen, sind die Fachkräfte auch dementsprechend gut auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet.

Arbeitsschutz in landwirtschaftlichen Betrieben ernst nehmen!

Aber wie sieht eigentlich der Werdegang einer Fachkraft für Arbeitsicherheit aus? Hartmut Gusewski aus Cuxhaven ist beispielsweise eine ausgebildete FASI und hat die kompakte Ausbildung in Dresden bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) absolviert. In knapp vier Monaten hat er den Unterrichtsstoff studiert und vier Prüfungen abgelegt. Es wäre durchaus auch möglich gewesen diese Ausbildung auf eineinhalb Jahren zu strecken, jedoch war die schnelle Qualifizierung Voraussetzung für die ausgeschriebene Stelle des Landesverbands und danach hat sich Hartmut Gusewski gerichtet. Auf dem Lehrplan einer Fachkraft für Arbeitsicherheit stehen vor allem rechtliche Grundlagen und Methoden. Des Weiteren muss ein Praktikum und ein Ausbildungsabschnitt bei der SVLFG gemacht werden, worauf anschließend die Spezialisierung auf die Landwirtschaft erfolgt. Erwähnenswert ist auch, dass die angehenden FASI eine komplette Beurteilung eines Betriebs zum Thema Gefährdungspotenzial ablegen muss. Und bevor jemand überhaupt mit dem Gedanken spielt sich zur FASI ausbilden zu lassen, muss die Qualifizierung als Meister, Techniker oder Ingenieur (Bachelor/Master) mit zwei Jahren Berufserfahrung als Eingangsvoraussetzungen vorhanden sein.

Maschinenringe in Niedersachsen gehen voran beim Thema Arbeitsschutz in der Landwirtschaft

Elf niedersächsische Maschinenringe haben innerhalb von zwei Jahren gemeinsam fünf FASI eingestellt, die sich um die Betreuung der Mitglieder in puncto Arbeitssicherheit kümmern. „Die Idee eine eigene Fachkraft einzustellen, die sich sowohl um die eigenen Mitarbeiter kümmert als auch ihre Dienste anderen Landwirten anbietet, lag nahe“, so Uwe Weddige, Geschäftsführer des Landesverbandes der Maschinenringe zu den Anfängen.

Folgende Themen stehen auf der to-do-Liste einer FASI, damit auch sämtliche Sicherheitsvorschriften eingehalten werden:

  • Beratung über Arbeitsverfahren, technische Arbeitsmittel und Gestaltung von Arbeitsplätzen
  • Schulung von MitarbeiternBeratung bei Planungen und der Beurteilung von Arbeitsbedingungen
  • Sicherheitstechnische Überprüfung von Geräten, Maschinen und Arbeitsverfahren
  • Beobachten der Unfallverhütungsmaßnahmen im Betrieb
  • Begehung der Arbeitsstätten und Arbeitsplätze
  • Untersuchung aller Arbeitsunfälle im Unternehmen, Erfassung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse sowie Vorschlagen von Maßnahmen zur Verhütung dieser Unfälle
  • Unterstützung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung
  • Erstellung von Betriebsanweisungen und der Durchführung von Unterweisungen

Sie sind interessiert an dem Thema Arbeitsschutz in der Landwirtschaft und wünschen mehr an Informationen?
Kein Problem - die Maschinenringe in Niedersachsen sind Experten - nehmen Sie gern direkt Kontakt auf. Hier geht es zu Ihrem Ring.

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