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Arbeitssicherheit in der Landwirtschaft

Immer wieder tauchen Schlagzeilen, wie „Tödlicher Unfall auf der Weide“ in Tageszeitungen und landwirtschaftlichen Fachmagazinen auf. Schwarz auf Weiß ist dann zu lesen, dass beim Wechseln des Wasserfasses ein Landwirt rücklings vom Deckbullen angegriffen und tödlich verletzt wurde. 

Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft verzeichnet Unfälle dieser Art in regelmäßigen Abständen, es passiert bei der Kontrolle  des Wasserstandes oder des Zauns. Um weitere Vorfälle dieser Art zu verhindern, weist sie auf diverse Sicherheitsmerkmale hin, wie beispielsweise, dass der Landwirt das Wasserfass von außen an die Weide stellen kann, um für den Wasserwechsel oder die Wasserstandskontrolle gar nicht erst die Weide betreten zu müssen. Des Weiteren rät sie dazu für den Fall der Fälle einen Abwehrstock mit auf die Weide zu nehmen – vor allem sollte ein Landwirt nie alleine die Weide betreten, wenn ein Deckbulle in der Herde mitläuft. Auch auf eine Rettungsinsel weist die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft hin.

Tipps wie diese sind wichtig und in der Theorie auch sehr hilfreich – natürlichen regen diese Vorschläge den Landwirten an, die Abläufe auf dem eigenen Betrieb zu überdenken.

Nur wie sieht es in der Praxis aus?

Können auf diese Art und Weise alt eingesessene Muster aufgebrochen werden? Wird ein 60-jähriger Landwirt, der all die Jahre zuvor sich alleine um das Wasserfass gekümmert hat, zukünftig stets eine zweite Person mit zur Weide nehmen, wenn er den Wasserstand auf der Weide kontrollieren muss? In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass er es nicht macht – also nein. Damit Schlagzeilen, wie diese jedoch gar nicht erst verfasst werden, hat der Maschinenring ein Modell für eine sicherheitstechnische Betreuung der Landwirte aufgesetzt.

Warum?

Zum einen, um Unfälle bis hin zu Todesfällen im landwirtschaftlichen Betrieb zu vermeiden und zum anderen sind landwirtschaftliche Unternehmen, die einen oder mehrere Mitarbeiter beschäftigen so oder so gesetzlich dazu verpflichtet, Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes einzuhalten. Gesetzlich ist es so geregelt, dass beispielsweise ein Landwirt mit bis zu 15 Mitarbeitern die sicherheitstechnische Betreuung auf dem eigenen Betrieb selber vornehmen kann – die Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an Kursen des „LUV- Modells“ (landwirtschaftliche Unfallversicherung), egal ob die Berufsgenossenschaft dazu aufgefordert hat oder nicht.

Anschließend bedeutet dies jedoch, dass sämtliche Maßnahmen und Verpflichtungen in Eigenregie vom Landwirt umgesetzt werden müssen. Dieses Modell wird von landwirtschaftlichen Unternehmen sehr gut angenommen, nur stellt der Zeitaufwand irgendwann ein Problem dar, weshalb auch die Behebung möglicher Gefahrenquellen schnell wieder in Vergessenheit geraten, weil so viele andere Dinge zu erledigen sind.

„Safety first“ sollte in jedem Betrieb groß geschrieben werden, nur fällt die Prioritätenliste von Landwirt zu Landwirt unterschiedlich aus. Beim LUV-Modell handelt es sich um komplexe Anforderungen – die Vorschriften sind so umfangreich, dass der Überblick dabei sehr schnell verloren gehen, geschweige gar nicht erst verschafft werden kann.

Fachkraft für Arbeitssicherheit in der Landwirtschaft - was heißt das?

Und genau an diesem Punkt kommt der Spezialist für Arbeitssicherheit ins Spiel – oder auch FASI „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ genannt. Die ausgebildete „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ ist Mitarbeiter des Maschinenrings und hat die Aufgabe Mitglieder dabei zu unterstützen, die Vorgaben zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz umzusetzen, um auf Betrieben für mehr Sicherheit und eine längere Gesundheit der Landwirte zu sorgen. Auch das Thema Haftung gehört zum Aufgabenbereich der Fachkraft. Die Maschinenringe in Niedersachsen und Bayern unterstützen damit die landwirtschaftlichen Unternehmen und ersparen ihnen damit die aufwendige Büroarbeit.

Aktuell: Arbeitssicherheit & Corona - diese Regeln gelten für Mitarbeiter! Lesen Sie unseren Beitrag: 8 Fragen - 8 Antworten.

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Sie haben Fragen oder suchen eine Fachkraft für Arbeitssicherheit? Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren zuständigen Maschinenring.

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