Einkaufskorb vor der Haustür

Hilfe in Corona-Zeiten vom Maschinenring

Einkaufen und beim Tee erzählen – mit Abstand

Normalerweise betreuen sie für den Maschinenring Aurich Familien oder einzelne Personen als Haushaltshilfe oder Alltagsbegleiterin. In Coronazeiten übernehmen Theda Esen und Irmgard Kipp gern auch zusätzliche Aufgaben. Einkaufen und Gespräche beim Tee gehören dazu – natürlich mit dem erforderlichen Abstand!

Mehr als ein Bringdienst !

Während sie zu „normalen Zeiten“ als Alltagsbegleiterin, Dorfhelferin oder Haushaltshilfe Menschen in ihrem Haushalt oder bei Aufgaben außer Haus unterstützen, sind sie jetzt noch einmal besonders gefordert. Theda Esen und Irmgard Kipp übernehmen neben den üblichen Aufgaben häufig noch das Einkaufen, damit Risikopatienten nicht unnötig unter Menschen gehen müssen. Ordnungsgemäß stellen sie die Einkäufe vor die Tür. Genauso oder vielleicht noch viel wichtiger ist aber das persönliche Gespräch. „Wenn die älteren Menschen jetzt nicht mehr in Gesellschaft sein dürfen, ist das Zuhören und Erzählen ganz wichtig“, weiß Theda Esen. Selbstverständlich ist, dass die notwendigen Hygienemaßnahmen wie Hände waschen, Handschuhe, Desinfektion, Abstand halten und Mundschutz eingehalten werden. Auch beim Wechsel zwischen den Haushalten wird auf Hygiene besonders geachtet.

Nicht allein sein, trotz Corona

So kümmert sich die gelernte Dorfhelferin beispielweise um eine ältere Dame, deren Kinder ihre Mutter aufgrund der aktuellen Situation nicht besuchen dürfen. „Ich habe mir aber bei den Kindern die Erlaubnis geholt, dass ich diese Dienstleistung erbringen darf“, nimmt sie die aktuellen Regeln des Zusammenlebens sehr genau. Alle geforderten Vorsichtsmaßnahmen werden selbstverständlich eingehalten. „Auch wenn es manchmal schwer fällt, den älteren Menschen die Hand nicht halten zu dürfen – das ist für sie eigentlich sehr wichtig“, bedauert die Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

Auch steht bei einer älteren Dame demnächst ihr Geburtstag bevor. Die Familie kann in diesen Zeiten nicht kommen. „Ich werde an dem Tag bei der Dame sein und versuchen, sie wenigstens etwas zu erfreuen“, ist sie fest entschlossen. Die Arbeit mit den Menschen macht ihr einfach Spaß.

Helfen im Haushalt als Beruf

Theda Esen aus Marienhafe ist auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben gewesen und hat sich um die anfallenden Arbeiten gekümmert, wenn die Hausfrau ausgefallen ist. Nun ist sie seit 2004 für den Maschinenring Aurich als Haushaltshilfe tätig und hat vor einem Jahr noch die Fortbildung als Alltagsbegleiterin absolviert. Alle Menschen mit einem Pflegegrad, egal welcher Stufe, haben das Recht auf diese Hilfe. Bezahlt wird es von der Pflegekasse. Bei der Alltagsbegleitung geht es um Hilfe im Haushalt, bei Behördengängen oder anderen Erledigungen außer Haus. Aber genauso wichtig ist generell die Gesellschaft. Deshalb sind gemeinsames Fernsehen oder Spielen ebenso vorgesehen wie die Hilfe im Haushalt.

Langfristige Haushaltshilfe - auch über mehrere Monate - ist aber auch in Privathaushalten möglich. Irmgard Kipp weiß, dass beispielweise bei Risikoschwangerschaften die Möglichkeit besteht, Hilfe bei der Krankenkasse zu beantragen. Damit soll die werdende Mutter entlastet werden, wenn ein weiteres Kind zu versorgen ist. In „normalen Zeiten“ heißt das:  Haushaltshilfe und Betreuung des weiteren Kindes beim Fahren zum Sport oder Musikunterricht. Oder wenn schwierige Krankheiten in Ruhe auskuriert werden sollen, besteht diese Möglichkeit auf Unterstützung ebenfalls. Beim Stellen der Anträge ist die Einsatzleitung der Maschinenringe behilflich. Häufig sind diese Anträge bei den Kassen individuell zu beantragen.

In den aktuellen Zeiten gibt es natürlich mehr Bedarf zu sprechen: Neben den Hygienemaßnahmen wird geklärt, wie man im Haus bei den anstehenden Arbeiten Abstand halten kann - beispielweise sich in unterschiedlichen Räumen aufhält. Oder wenn Irmgard Kipp bisher gemeinsam mit einem Herrn einkaufen gefahren ist, übernimmt sie diese Aufgabe jetzt allein und stellt den Korb mit den eingekauften Dingen ebenfalls vor die Tür. Besonders der Kontakt mit den Menschen gefällt der ausgebildeten Familienpflegerin und Alltagsbegleiterin bei der abwechslungsreichen Arbeit in verschiedenen Haushalten sehr. „Manchmal wird man tatsächlich fast zu einem Familienmitglied“, so ihre Erfahrung.

Lesen Sie mehr unter: Kein Tag ist wie der andere  und Maschinenringe - für Menschen in den Dörfern unterwegs

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Autor: Dagmar Hofnagel

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