Männer mit Gehilfe im Stall

Ein Job für Profis

Flexible Allrounder auf Zeit

Voraussetzung für eine Tätigkeit als Betriebshelfer oder Betriebshelferin: Mindestens eine landwirtschaftliche oder hauswirtschaftliche Ausbildung. Genauso wichtig sind aber die zwischenmenschlichen Fähigkeiten für den vorübergehenden Einsatz auf einem Hof. Und flexibel sollten sie sein: Allrounder im Einsatz.

Der Gesellenbrief für den Bereich Landwirtschaft ist die Mindestanforderung, die ein angehender landwirtschaftlicher Betriebshelfer vorweisen muss. Meister oder auch Fachschüler werden ebenfalls gern genommen. Damit ist klar: es wird nur fachlich geeignetes und qualifiziertes Personal auf die Höfe geschickt. Berufserfahrung gilt auch als eine Qualifizierung und damit Voraussetzung für den Einsatz.

Empathie ist gefragt

Aber neben diesen „harten“ Faktoren sind die „weichen“ Faktoren genauso wichtig, um die vorübergehende Aufgabe auf einem fremden landwirtschaftlichen Betrieb bewältigen zu können. Diese Erfahrung hat jedenfalls Sabine Hagemann, Geschäftsführerin des Maschinenringes Harz -Weser, gemacht. „Was nützt es dem Betrieb, wenn eine bestens ausgebildete Fachkraft auf den Betrieb kommt, aber mit den Menschen auf dem Hof nicht zurecht kommt“?

Das heißt: Betriebshelfer sollten neben ihrer fachlichen Qualifikation flexibel und empathisch sein sowie auf Menschen zugehen können. In der Regel befinden sich die Familienmitglieder des Betriebes in einer Ausnahmesituation. Häufig ist es der Betriebsinhaber, der plötzlich oder auch geplant im Krankenhaus liegt oder aus einem anderen gesundheitlichen Grund für die Arbeiten auf dem Hof nicht einsatzfähig ist.

Erfahrung mitbringen und sammeln

Eine schnelle Auffassungsgabe des Außenstehenden für die Abläufe im Betrieb ist dann von Vorteil. Welche Arbeit ist wichtig? Wie funktioniert die Lüftung im Schweinestell oder die Trocknung für das Getreide? Welche Termine müssen eingehalten werden, welche sind aufschiebbar? Dazu muss sich die eingesetzte Fachkraft – häufig sind Männer im landwirtschaftlichen Bereich unterwegs – mit den Familienmitgliedern auf dem Hof unterhalten und ihnen zuhören können. Notfallordner und auch eine Risiko – App gibt es als zusätzliche Hilfe. Hier wird für Mitarbeiter oder eben den Betriebshelfer festgehalten, was auf dem Betrieb wichtig ist und welche Aufgaben anstehen.

Dennoch bleibt der persönliche Kontakt wichtig. So sollte beispielweise einem ausgewiesenen Sauen- oder Mastschweinefachmann die Chance auf eine Einarbeitung mit einer Milchviehherde durchaus gewährt werden. Hier sieht Hagemann aber auch eine Chance in der Fortbildung ihrer Betriebshelfer. „Einem Milchviehspezialisten die Grundlagen der Sauenfütterung wieder in Erinnerung zu bringen oder einem Rinderhalter das Wissen im Umgang mit Mastschweinen aufzufrischen macht sehr viel Sinn“. Auch in Sachen Technik hält sie es für wichtig, die landwirtschaftlichen Fachkräfte auf den neuesten Stand zu bringen.

Miteinander reden

Genauso wichtig wie die Fähigkeit des Betriebshelfers, sich über die Abläufe in dem Unternehmen zu informieren, ist allerdings auch die Bereitschaft der Familie bereitwillig Auskünfte über den Betrieb zu geben. Auch ist es seitens der Familie notwendig, die gewohnten Arbeiten von einem Fremden auf dessen Art und Weise durchführen zu lassen – manchmal auch nicht ganz einfach. Hier ist Fingerspitzengefühl auch auf beiden Seiten gefragt. „Und wir raten unseren Mitarbeitern immer: wenn sich Unstimmigkeiten anbahnen oder häufen: miteinander reden! Damit sich die Wogen schnell wieder glätten können. Manchmal müssen wir auch mit allen Beteiligen sprechen“, so ihre Erfahrung.

Grundsätzlich sollte ein Betriebshelfer flexibel und neugierig sein - bereit, sich auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen. In der Regel ist er im Schnitt sechs Wochen auf einem Betrieb und muss sich nach einer Eingewöhnungsphase häufig bald wieder auf neue Umstände in einer anderen Umgebung einstellen. Auf der anderen Seite erwerben sie sich über diese Tätigkeiten aber auch einen umfangreichen Erfahrungsschatz, auf den sie immer zurückgreifen können.

Mobil sein

Eine weitere wichtige Voraussetzung: Mobilität! Der Weg zur Arbeit ist selten derselbe und ein Auto in der Regel notwendig. „ Die Betriebshelfer müssen auf diese Art der Tätigkeit einfach Lust haben“, davon ist Sabine Hagemann vom Maschinenring Harz-Weser überzeugt.

Text: Dagmar Hofnagel, Foto: SVLFG

Wichtig: Denken Sie dran die Betriebshilfe vor Inanspruchnahme von selbstorganisierten Helfern zu beantragen und vorher alle Eventualitäten zu klären, damit auch eine korrekte Kostenübernahme für die Arbeitskraft erfolgen kann.

Alle wichtigen Formulare der SVLFG finden sie hier 

Haben sie weitere Fragen oder sind unsicher wenden Sie sich vertrauensvoll an ihren zuständigen Maschinenring.

Notfallordner - hilfreich für Betriebshelfer und Familie

Oft kommt der Ausfall des Betriebsleiters unangekündigt und nicht immer können Entscheidungen vom Krankenbett aus getroffen werden. Ein Ordner für den Notfall muss her - das hilft der Familie und dem Betriebshelfer. Mehr dazu lesen Sie hier.

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