Luftbild einer Biogasanlage

Biogas die Bilanz stimmt !

Biogas hat heute in Deutschland mit einen Anteil von rund 14% an der Strom- und 10% der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien. Damit ist Biogas nicht „mal eben so“ ersetzbar, zumal der größte Teil der Anlagen bereits an der Direktvermarktung teilnimmt und so das Stromnetz erheblich stützt.

Wichtiger Erwerbszweig

Für die Landwirtschaft ist die Biomasseerzeugung mit fast 21 Prozent der Ackerfläche längst zu einem festen Standbein geworden. Energiepflanzen für Biogasanlagen haben dabei den höchsten Anteil am Anbau nachwachsender Rohstoffe: Silomais belegt etwa zwei Drittel dieser Fläche, auf dem anderen Drittel werden weitere Energiepflanzen wie Gras, Getreide, Rüben und Leguminosen, Blühmischungen oder die Durchwachsene Silphie angebaut. Es wird mit Hochdruck an Regelungen gearbeitet, die diese weniger ertragreichen, dafür aber für die Artenvielfalt und Bodenschutz bedeutsamen Energiepflanzen konkurrenzfähig angebaut werden können. Die EU hat dazu in ihren neuen Programmen für Umweltmaßnahmen bereits erste Ansätze vorgelegt, die jedoch noch nicht weit genug reichen und daher ausgebaut werden sollen.

20 Mio. t. CO2-Einsparung

Auch volkswirtschaftlich kann sich die Bilanz sehen lassen: Die Biogasbranche setzt in Deutschland rund 9 Mrd. Euro um und beschäftigt insgesamt etwa 40.000 Menschen. Dies führt zu regionaler Wertschöpfung, mehr Kaufkraft und Steuereinnahmen insbesondere in strukturschwachen Gegenden. Weiter geht es mit den positiven Effekten hinsichtlich des Klimaschutzes. In allen Energiesektoren zusammen werden durch den Einsatz von Biogas rund 20 Mio. t CO2 eingespart. Das entspricht 2,1 Prozent aller durch Erneuerbare Energien vermiedenen Treibhausgasemissionen. Hinzu kommt die CO²- und NH4-Vermeidung aus der Tierhaltung.

Auch hier sind über das Klimaschutzpaket der Bundesregierung weitere Maßnahmen und neue Förderansätze geplant. Denn derzeit landet weniger als ein Viertel der in den deutschen Ställen anfallenden Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen. Durch die konsequente Nutzung könnten allein durch die Vermeidung von Methanemissionen aus der Lagerung zusätzlich 6 Millionen und insgesamt 13 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden.

Wert von Biomethan steigt

An Bedeutung gewinnen wird ab sofort die Nutzung von Biogas im Kraftstoffbereich. Hier entspricht der Anteil von Biomethan aktuell grade mal 1% am gesamten erneuerbaren Kraftstoffeinsatz. Ab 2020 steigen die EU-weit festgelegten Quoten für die regenerativen Mindestanteile am Kraftstoffmix. Werden diese Quoten von den Kraftstoffherstellern nicht erfüllt, müssen empfindliche Strafzahlungen entrichtet werden. Damit steigt der Wert von Biomethan deutlich an. Und auch hier sind es wieder die landwirtschaftlichen Reststoffe und „fortschrittlichen“ Energiepflanzen, denen eine besondere Bedeutung zukommt. Die Anrechnung von Biomethan aus Gülle und Mist wird mit einem Vielfachen dessen vorgenommen was für die klassischen NaWaRo vorgesehen ist.

Ohne geht es nicht !

Unterm Strich ist sicher: Das formulierte Ziel der EU, bis zum Jahr 2030 zwei Drittel des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, ist ganz klar nur mit Biogas zu erreichen! Zahlreiche neue Studien bescheinigen der Biogastechnologie aufgrund ihrer Vielseitigkeit einen hohen gesamtwirtschaftlichen Nutzen, dessen Wert es allerdings neu zu definieren gilt. Das Erneuerbare Energien Gesetz hat dabei ausgedient. Die Vergütung wird sich zukünftig aus anderen Regelungen ergeben.

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Text: Dr. Sarah Gerig, Foto: Landpixel

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