DüV leicht erklärt

Nährstoffe – im Kreislauf des Jahres

Die Düngeverordnung – egal ob Nährstoffvergleich, Düngebedarfsermittlung oder Stoffstrom, viele Begriffe und Fristen verwirren auf den ersten Blick. Erfahren Sie hier in einem ersten Überblick, was zu tun ist. In weiteren Beiträgen wird es dann mit Hinweisen, Anleitungen, Checklisten und Merkblättern konkret.

 

Ende der Sperrfrist

Das „Düngejahr“ beginnt am 31. Januar mit Ende der Sperrfrist, es darf wieder gedüngt werden. Auf Antrag im Herbst, ist eine Sperrfristverschiebung dieser um 14 Tage möglich. Auf Antrag können Sie also bereits ab dem 15. Januar Nährstoffe ausbringen.

 

Bei ENNI melden: Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleich

Bereits vor der ersten Düngemaßnahme ist ein Düngebedarfsermittlung schriftlich zu erstellen. Diese wird bis zum 31. März des Folgejahres für das abgelaufene Kalender- oder Wirtschaftsjahr mit dem elektronischen Meldeprogramm ENNI an die Landwirtschaftskammer übermittelt.

Diese Frist gilt auch für den Nährstoffvergleich, der ebenfalls über das ENNI-Programm gemeldet wird. Für die Erstellung des Nährstoffvergleiches benötigen Sie die Anzahl der im Durchschnitt des letzten Jahres gehaltenen Tiere. Diese Auswertung wird über die Hi-Tier Datenbank erstellt. Auch nicht tierhaltende Betriebe sind unter Umständen verpflichtet einen Nährstoffvergleich zu erstellen. Die Nicht-Erstellung oder die verspätete Erstellung des Nährstoffvergleiches gilt als Cross-Compliance-Verstoß (CC-Verstoß).

Im Meldeprogramm für Wirtschaftsdünger sind alle Aufnahmen und Abgaben von Wirtschaftsdüngern fristgerecht zu melden. Diese Meldungen müssen sowohl der aufnehmende wie auch der abgebende Betrieb vornehmen. Zugekaufte Mineraldünger sind über die Rechnungen oder Lieferscheine des Handels zu belegen.

 

Stoffstrombilanz

Bis zum 30. Juni (Kalenderjahr) müssen Betriebe, die verpflichtet sind, eine Stoffstrombilanz zu erstellen, diese schriftlich erstellt haben. Das betrifft auch viehlose Betriebe. Liegt die Stoffstrombilanz nicht oder zu spät vor, stellt das eine Ordnungswidrigkeit (OWI) dar und wird im Fall einer CC-Kontrolle geahndet.

 

Genaue Datenerfassung ist ein Muss !

Während der Aussaat und der Ernte, von März bis Oktober, sind alle auf dem Betrieb verwendeten Saatgut- und Düngermengen festzuhalten. Wenn möglich, ist der Ernteertrag der angebauten Kulturen genau zu ermitteln. Diese Zahlen werden später für zukünftige Dokumentationen (Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleich, Stoffstrombilanz benötigt. An einer gut geführten Ackerschlagkartei geht daher kein Weg vorbei.

Alle Pflanzenschutzmittel, die der Betrieb verwendet, auch wenn die Ausbringung durch einen Dienstleister erfolgt, sind mindestens einmal jährlich zu aufzuzeichnen. Digitale Schlagkarteien sind hier oft eine zeitsparende Lösung. 

 

Nach der Getreideernte

Alle Betriebe mit Greening-Auflagen müssen nach der Ernte der Hauptfrucht auf einem bestimmten Teil ihrer Flächen eine zugelassen Saatgutmischung aussäen. Die Aussaat muss bis zum 30. September durchgeführt sein.

Wird nach der Ernte der Hauptfrucht Feldfutter oder Zweit- oder Zwischenfrucht angebaut, ist eine erneute Düngebedarfsermittlung für der Herbst zu erstellen. Das gilt auch für Folgefrüchte, wie z.B. Winterraps, Ackergras, Wintergerste oder Winterweizen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen diese Früchte noch gedüngt werden. 

Rechtzeitig vor Beginn der Sperrfrist im Herbst, sollten Sie den betrieblichen Nährstoffanfall ermitteln. Sind Nährstoffüberschüsse zu erwarten, sollten Sie sich rechtzeitig um eine Verwertungsmöglichkeit über Nährstoffbörsen und Vermittler kümmern.

Nach der Gras- und Maisernte, wenn der Fahrsilo oder die Wickelballen „durchsiliert“ sind, ist es Zeit für die Entnahme der Futtermittelproben. Die Ergebnisse werden für die zukünftige Futterrationsberechnung der gehaltenen Tiere benötigt.

 

Unbedingt Boden- und Futterproben ziehen

Nach dem Beginn der Sperrfrist am 15. oder 31. Oktober können Sie Bodenproben nehmen. Die Zeit von November bis Anfang März bietet sich dafür an.  Bodenproben sind spätestens nach 6 Jahren zu wiederholen. Die gezogenen Proben werden gut gekühlt in ein akkreditiertes Labor geschickt, deren Analyseergebnisse sind aufzeichnungspflichtig und fließen in die nächste Düngebedarfsermittlung ein.

Im Frühjahr zum Vegetationbeginn, ca. Anfang Februar, kann zusätzlich über eine Probenahme der N-min-Gehalt des Bodens festgestellt werden. Dieses Verfahren ist nicht verpflichtend. Sind keine eigenen N-min Analysen vorhanden, finden die von der Landwirtschaftskammer vorgegeben Richtwerte für die Ermittlung des Düngebedarfes Verwendung.

 

Dokumentation als Entscheidungshilfe

Die beschriebene Erfassung der Flächendaten, Bodenwerte, N-min-Werte, Nährstoffgehalte, Düngermengen, Saatgut und Pflanzenschutzmittel ist mühsam, ist aber als Basis für betriebliche Entscheidungen in den Folgejahre eine wertvolle Hilfe. Es erscheint sinnvoll, alle Ereignisse und Zahlen in einer App-basierten Schlagkartei zu erfassen. Damit stehen die Daten, egal wo Sie sich aufhalten, mit Hilfe eines Smartphones oder Tablets zur Verfügung. Dienstleister können Ihre Aufträge direkt oder über Schnittstellen dokumentieren und auch Ihrem Berater können Sie Einblick gewähren.

Text: Weddige; Foto: AMAZONE Werkbild

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