Bioenergiedorf Jühnde

Erneuerbare Energien wie geht's weiter ?

Die Randbedingungen für Erneuerbare Energien in der Landwirtschaft sind grundsätzlich günstig. Viele Anlagen haben in der nächsten Zeit das Ende der Förderperiode nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erreicht. Wenn der produzierte Strom nicht mehr zu den gesetzlich garantierten Konditionen vergütet wird, sind andere Geschäftsmodelle gefragt. In Einzelfällen lassen sich schon heute Geschäftsmodelle außerhalb des EEG konstruieren. In Zukunft ist zu erwarten, dass dies immer häufiger gelingen wird.

Konzepte für die Eigenversorgung mit Energie

Es wird eine verstärkte Ausrichtung der Systeme auf den betrieblichen bzw. lokalen Kontext erfolgen. Systemlösungen werden entwickelt, die an viele landwirtschaftliche Konfigurationen und leicht an die individuellen Gegebenheiten angepasst werden können. Die notwendige Technologie ist heute vorhanden und Kostensenkungspotenziale, die besonders in der Batterietechnologie noch erforderlich sind, greifbar.

Neue Trends ?

Zukunftstechnologien wie Power-to-Gas können eine bedeutende Rolle spielen, benötigen aber noch technologische Entwicklung, Kostensenkung und sinnvolle energiewirtschaftliche Randbedingungen. Es erfolgt momentan ein Trendwechsel hin zu einer aktiven Gestaltung ländlicher Energiesysteme mit der Landwirtschaft als treibende Kraft.

Bei der Vergrößerung von Stallflächen im Zuge der Verbesserung des Tierwohls werden hier voraussichtlich gute Bedingungen für den Zubau von Photovoltaik-Anlagen (PV) geschaffen. Mit zunehmendem Anteil an EE wird aber auch hier die Problematik der zeitlichen und räumlichen Trennung zwischen Energiebereitstellung und -nutzung bedeutender werden.

Lokale Lösungen ?

Eigenversorgungskonzepte, aber auch lokale Energiedienstleistungen werden daher wichtiger. Hier ist zu erwarten, dass sich neue Geschäftsmodelle entwickeln, die dem dezentralen Charakter der EE Rechnung tragen. Förderlich ist dabei der Umstand, dass insbesondere die Photovoltaik eine beachtliche Lernkurve durchlaufen hat, die durch neue Ansätze (Dünnschicht, organische Zellen, Umrichtertechnologie usw.) noch Fortsetzungspotenziale hat, was sich in sinkenden Preisen niederschlagen könnte. Schon heute sind dadurch die Stromgestehungskosten erheblich niedriger als die Endverbraucherpreise. Im Bereich der Windkraft und der Photovoltaik sind die Stromgestehungskosten mittlerweile unter die Strombezugskosten vieler Betriebe gesunken. Dies macht die Eigenstromnutzung zunehmend attraktiv.

Speichertechnik ?

Die Entwicklung von Batteriespeichern ist weit vorangeschritten, sodass eine zunehmende Elektrifizierung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte ebenso voranschreitet wie die Einsatzmöglichkeiten lokaler Stromspeicher. Neue Technologien wie Power-to-Gas (PtG) treten in Erscheinung und haben das Potenzial, in der Landwirtschaft Anwendung finden zu können, wenn die Anteile an EE im System so hoch sind, dass die Speichereigenschaft dieser Technologie benötigt wird und ihre technische Reife erreicht ist. Dies hat dazu geführt, dass Landwirte zunehmend Interesse an einer Eigennutzung und/oder der lokalen Vermarktung der auf ihrem Betrieb bereitgestellten Energiemengen außerhalb des EEG haben und auch die positiven Eigenschaften von Bioenergieanlagen im „System Landwirtschaft“ verstärkt genutzt werden sollen. Hier gilt es nun Lösungen zu entwickeln, die der Vielzahl der individuellen Betriebskonstellationen gerecht werden und Investitionsentscheidungen auf eine solide Basis stellen.

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Text: Thomas Gaul, Foto: Landpixel

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