Eigenstromnutzung in der Landwirtschaft

Um die Höhe der Eigenstromnutzung annähernd genau bestimmen zu können, müssen sämtliche auf dem Betrieb vorhandene Verbraucher mit einbezogen werden. Dazu zählen u. a. der Stromverbrauch in Werkstätten, Lagern, Trocknungsanlagen sowie weiteren Betriebszweigen der tierischen und pflanzlichen Produktion und auch der Stromverbrauch für die Wohngebäude.

Erzeugung und Verbrauch aufeinander abstimmen

Da die Höhe der Eigennutzung vorwiegend von nur wenig beeinflussbaren Faktoren wie z.B. dem Produktionsverfahren, den Arbeitsabläufen und dem Witterungsverlauf abhängt, ist die Anpassung der Größe der PV-Anlage an den Stromverbrauch des Betriebes der erste Schritt, den Eigenverbrauch bestmöglich abzustimmen. Weitere Maßnahmen, um den Eigenverbrauch zu steigern, sind die Anpassung des Stromverbrauchs an die Stromerzeugung durch Lastverschiebungen oder die Montageausrichtung der PV-Anlage. Eine Ost-West-Ausrichtung verlängert z.B. die solaren Einstrahlungszeiten, dadurch kann eine bessere Anpassung an die Verbrauchsprofile von Milchviehbetrieben mit zwei Melkzeiten erreicht werden. Die Nutzungssteigerungen dieser Lastangleichungen sind jedoch begrenzt.

Speichern ?

Der Einsatz von Speichersystemen ermöglicht den unter Tag erzeugten Solarstrom bedarfsbezogen zu nutzen. Neben stationären Batteriespeichern auf Basis von Blei-Säure oder Lithium-Ionen (um nur die gängigsten zu nennen) und die aufgrund des schnellen Abrufs der Reserveleistung technisch sehr gut geeignet sind, Primärenergieregelleistung bereitzustellen, stehen vermehrt auch mobile Speicher auf den Betrieben zur Verfügung. Gerade durch die zunehmende Elektrifizierung von Arbeits- und Antriebsmaschinen für Arbeiten auf dem Betriebsgelände (elektrisch betriebene, mobile Futtermisch- und Verteilwagen, Hoftracs, Spaltenroboter …) und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen (elektrische Pflegeschlepper und Transporter …) sowie durch betrieblich und privat genutzte Elektroautos stehen auf den Betrieben zukünftig leistungsfähige Akkus zur Verfügung, die in einem gewissen Rahmen zeitlich flexibel aufgeladen werden können. Technische Anlagen und Verfahren wie die Eiswasserproduktion für die Milchkühlung oder die Wärmeerzeugung mit Wärmepumpen bieten weitere Möglichkeiten, die selbst produzierte Energie vermehrt zu nutzen.

Daten erfassen und steuern

Die gesamtbetriebliche Erfassung von Daten- und Energieflüssen dient als Grundlage für eine künftige Steuerung von Energiebereitstellung und Energieverteilung. Gerade im Hinblick auf immer schnellere Entwicklungen und Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik einerseits, der Automatisierung und Elektrifizierung von landwirtschaftlichen Maschinen und Anlagen andererseits sind intelligente Energiemanagementsysteme mit bidirektionalem Informationsfluss entscheidend, um die Energieerzeugung, die Energienutzung und die lokale Energiespeicherung zu verbinden und abzustimmen sowie die Energieströme zu steuern.

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Text: Thomas Gaul, Foto: Landpixel

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