Batterien mit Solaroberfläche in Hausform

Batteriespeicher nahe an der Wirtschaftlichkeit

Für Landwirte ist Strom aus der Solaranlage vom Dach deutlich günstiger als der Strom aus der Steckdose. Batteriespeicher helfen, einen größeren Anteil des lukrativen Photovoltaikstroms selbst zu verbrauchen. Deren Kosten sinken derzeit immer weiter, so dass sie bald wirtschaftlich sein werden.

Hohe Kosten ?

Die Durchschnittskosten der Speichersysteme inklusive Installation pro Kilowattstunde Speicherinhalt bewegen sich in Richtung 1.000 Euro. Der Preisrutsch hat trotz Bundes- oder Landesförderung aber noch nicht dazu geführt, dass sich die Solarspeicher finanziell rechnen. Die Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt bei rund 800 Euro – falls die Lebensdauer der Speicher 20 Jahre beträgt. Sinkt die Lebensdauer, sinkt die Wirtschaftlichkeitsgrenze entsprechend.

Flexibilität schaffen !

Seit 2013 sind die Kosten für die Batteriespeicher um mehr als 50 % gesunken. Das trägt dazu bei, die Energiewende bezahlbarer zu machen. Außerdem erweitern Speicher die Flexibilitätsoptionen für ein intelligentes Lastmanagement. Dass es danach weiter aufwärts geht, scheint eine ausgemachte Sache zu sein: Erstens sollen die Speicherkosten weiter sinken. Zweitens werden nach 2021 die ersten Solaranlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Da ihre hohe Einspeisevergütung von 2001 ab diesem Zeitpunkt wegfällt und die dann abgeschriebenen Anlagen nur noch Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten von 2 bis 4 Cent pro Kilowattstunde aufweisen, bieten sich künftig, je nach Preisentwicklung der Speicher, Eigenverbrauch und Speicherung an. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen. Sie alle werden früher oder später aus der EEG-Vergütung fallen, was die Eigentümer dazu bewegen wird, über die Installation von Batterien zur Erhöhung des Eigenverbrauchs nachzudenken.

Regelenergie zur Verfügung stellen !

Werden Batteriespeicher vernetzt, können sie auf allen Spannungsebenen das Stromnetz stützen und sogar Funktionen von klassischen Kraftwerken übernehmen. Dazu zählt zum Beispiel das Bereitstellen von Regelleistung, die Übertragungsnetzbetreiber einsetzen, um schwankende Stromnachfrage und Stromangebot auszugleichen. Mit positiver Regelenergie decken sie schnell die Lücke, die entsteht, wenn zu einem Zeitpunkt mehr Strom nachgefragt als ins Netz eingespeist wird. Negative Regelenergie wird eingesetzt, wenn zu viel Strom im Netz ist und kurzfristig zusätzliche Abnehmer gebraucht werden. Gerade hier liegt ein großer Bedarf a

n Speicherkapazität.

Kluges Lademanagement erforderlich !

Für die Amortisation eines Speichers ist entscheidend, wie oft Landwirte über die Lebensdauer seine Speicherkapazität nutzen können und damit zusätzlichen Solarstrom statt Strom aus dem Netz verbrauchen. Für gut ausgelegte Systeme im Haus kann der Speicher nach Ansicht von Experten 200 bis 250 Mal im Jahr vollständig geladen und entladen werden. Der „Verdienst“ durch den Speicher ergibt sich aus der Differenz zwischen der entgangenen Vergütung für den nicht eingespeisten Strom und den vermiedenen Kosten für den Strombezug.

Beispiel

Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren und 250 Zyklen im Jahr würden pro Kilowattstunde Energieinhalt 2.500 Mal 13 Cent pro Kilowattstunde und damit 325 Euro Stromkosten gespart. Zieht man die Verluste im Speicher ab, so reduziert sich der Wert nochmal um 10 bis 25 Prozent. Rechnet man eine moderate Strompreissteigerung von 2 Prozent pro Jahr mit ein, kommt man auf rund 400 Euro. Hält der Speicher 20 Jahre, erhöht sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt.

Abhängig von der erwarteten beziehungsweise vom Hersteller garantierten Lebensdauer sind Speicher mit Kosten unterhalb der genannten Grenzen demnach wirtschaftlich.

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Text: Thomas Gaul, Foto: BMWI

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