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Futterproben richtig entnehmen

Jede Futterberechnung, egal ob für Milchvieh, Rinder oder Biogasanlagen, basiert auf einer Grundfutteranalyse. Die Ernährung unserer Tiere baut auf qualitativ hochwertige Silagen auf, ebenso verhält es sich mit den Bakterien des Fermenters. Ständig wechselnde Wetterverhältnisse und immer neue Anforderungen an Düngung und Pflanzenschutz machen die hochwertige Futterproduktion zunehmend anspruchsvoller. Umso wichtiger ist es deshalb die Qualität des Grundfutters zu überprüfen und gegebenenfalls auszugleichen. Doch wie funktioniert dieses Verfahren überhaupt?

Der folgende Text beschäftigt sich mit dem Ablauf und den wesentlichen Fragen rund um die richtige Entnahme von Silagenproben während und nach der Ernte.

Haben Sie Fragen zur Futterprobenentnahme oder suchen Sie einen Futternehmer in  ihrer Nähe? Informieren Sie sich hier!

Wann ist der beste Zeitpunkt eine Silageprobe zu entnehmen?

Je nach Art der Silage (Mais, Gras oder GPS) dauert es mindestens 4-6 Wochen bis der Silierungsprozess vollständig abgeschlossen ist. Wichtig ist, diese Zeit unbedingt abzuwarten, da eventuelle Konservierungsverluste sonst nicht berücksichtigt werden. Sollten die Proben, aus welchem Grund auch immer, vor Ablauf der benötigten Silierzeit gezogen werden, sind diese Abzüge sicherheitshalber mit einzuberechnen.

Um die Trockenmasse als Abrechnungsgrundlage einer Silage zu nutzen, üblich bei Zukaufsmais (oder Gras) für Biogasanlagen, wird pro Häckselwagen eine Probe entnommen. Man erstellt für jede geerntete Fläche eine Mischprobe, aus der die Trockenmasse ermittelt wird. Bezahlt wird der Trockenmasseertrag je abgeerntetem Hektar.

Wie funktioniert eine Probenentnahme?

Unterschiedliche Abschnitte und Schichten eines Silohaufens haben unterschiedliche Qualtitäten. Das kann verschiedene Gründe haben, angefangen mit der Verdichtung bis hin zum Verschließen der Miete. Im Normalfall möchte man eine Durchschnittsprobe des gesamten Silos ermitteln, standardmäßig nutzt man die anschließende Analyse des Grundfutters als Basis für Rationsberechnung für Rinder und Biogasanlagen. Um eine repräsentative Probe zu erhalten wird der Haufen an mindestens 3-5 Stellen, soweit wie möglich, durchstochen, vorher entfernt man vorsichtig die Deckschicht. Man entnimmt niemals Proben am Rand, da dort die Gefahr von verdorbenem Futter höher ist, genauso lässt man die Deckschicht und Spurrillen vom Verdichten in denen oft Wasser steht aus. Proben von der Anschnittsfläche bieten immer nur eine Momentaufnahme der Futterqualität.

Als Werkzeug nutzt man ähnlich wie bei Bodenproben einen zylinderartigen Bohrstock mit einer wellenförmigen Schnittfläche. Man sägt sich in den Silohaufen hinein.

Die einzelnen Proben werden in einem Behältnis gesammelt und gut vermengt. Anschließend füllt man eine ca. 1 kg schwere Mischprobe in einen Plastikbeutel ab. Hierbei sollte der Lufteinschluss geringgehalten werden, deshalb beim Einfüllen den Beutel samt Silage oft und fest zusammenpressen. Bei Maisproben (oder auch Gras), die für die Ermittlung des Trockenmassegehaltes in der Frischmasse gezogen werden, wird das Erntegut zunächst gewogen und abgeladen, danach füllt man nach dem gleichen Prinzip wie zuvor genannt, eine Probe ab und sammelt diese für eine Mischprobe. Jeder volle Anhänger einer Fläche wird beprobt und am Ende entsteht eine Gesamtprobe für den Schlag. In Absprache mit dem Abgeber können kleine Teilstück auch zusammengefasst werden. Als Berechnungsgrundlage benötigt man natürlich das komplette Gewicht des Ernteguts in Frischmasse und nach der Analyse die Trockenmasse pro Hektar zu ermitteln. Allerdings muss für diese Methode der TS-Gehalt der Erntemasse bei mindestens 28% liegen.

Die Probe im Anschluss beschriften und den Begleitzettel ausführlich bearbeiten, je mehr Angaben, desto leichter für die Analyseergebnisse. Den Beutel bis zur finalen Abgabe an das Labor gut kühlen oder einfrieren.

Wie öffnet und schließt man das Silo korrekt während und nach der Probenentnahme?

Sinnvollerweise sollte zum Zeitpunkt der Probenentnahme die Netze oder Fliese zur Seite geschoben oder gelegten werden, um sie nicht zu beschädigen. Man kann sehr gut den Übergang zwischen zwei Netzen als Einstichstelle verwenden, dort lassen sie sich am leichtesten aus dem Weg drücken. Die Silofolie muss per Schnitt eröffnet werden, nicht durchstechen, Gefahr von Folie in der Probe. Im Normalfall schneidet man ein Kreuz durch Folie und Unterziehfolie, gerade so groß, dass der Bohrstock bequem hindurch passt. Man zieht die Probe und verschließt das Loch mit Siloklebeband lückenlos. Durch den kleinen Kreuzschnitt dringt nicht allzu viel Luft in die Öffnung, da die Silage mittlerweile gut durchsiliert ist, droht ihr kein Schaden.  Abschließend Netz, Säcke und oder Ähnliches zurück auf Position bringen.

Wie werden die Proben gelagert und transportiert?

Muss man die Proben etwas lagern, weil sie nicht direkt zum Labor gebracht werden können, sollten sie unbedingt kühl oder gefroren auf ihre Analyse warten. Landwirtschaftskammer, Beratungsringe, Maschinenringe oder ähnliche Unternehmen bieten oft spezielle Sammelstellen für eine bestimmte Region an, dort werden die Proben gesammelt, gelagert und gemeinsam im Auftrag zu einem Untersuchungslabor transportiert.

Wer entnimmt die Probe?

Grundsätzlich kann man vieles selbst erledigen, auch Grundfutterproben ziehen. Jemanden damit zu beauftragen dient immer der Arbeitserleichterung. Es ist eine sensible Arbeit, bei der mit hoher Sorgfalt vorgegangen werden muss, immerhin geht es hier um die Futtergrundlage für das ganze Jahr und einen großen wirtschaftlichen Faktor des landwirtschaftlichen Betriebes. Da die Proben zudem gekühlt gelagert und zeitnah versendet bzw. zum Labor transportiert werden müssen, macht hier die Abgabe der Tätigkeit absolut Sinn.

Hilfe bietet zum Beispiel der Maschinenring, man kann online auf der Internetseite seinen Ring finden und sämtliche Fragen zur Probennahme dort stellen. Es wird garantiert weitergeholfen.

Grundregeln

Beachtet man die beschriebenen Grundregeln bei der Probenentnahme, arbeitet sauber und verschließt den Silo abschließend wieder luftdicht, steht einer erfolgreichen Analyse der Probe nichts im Weg.

Haben Sie Fragen oder suchen einen Probennehmer, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren zuständigen Maschinenring.

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