Kuh mit unbeschnittenen Klauen auf Gummimatte

Pediküre für die Kühe - 5 Tipps

Klauenpflege im Detail

Die Klauenpflege deckt im Wesentlichen zwei Bereiche ab:

  • Prävention zur Vermeidung von Erkrankungen, Infektionen und Probleme beim Laufen (Lahmheiten).
  • Klauenpflege als ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Zwei bis dreimal jährlich !

Wichtig für die Prävention ist - neben Faktoren des Managements wie der Fütterung und der Sauberkeit sowie der regelmäßigen Reinigung der Böden - eine ebenso regelmäßig stattfindende Klauenpflege. Zwei- bis dreimal pro Jahr sollte diese - je nach Haltungssystem und Leistung der Herde - stattfinden

Die Bedeutung des Haltungssystems ist dabei nicht zu verachten. Rinder sind von Natur aus Weichbodengänger. Ungleichmäßige Belastungen auf harten Stallböden mit zu viel Abrieb können da zu einem Problem werden. Das kann aber genauso auf weichen Untergrund zutreffen. Auch zu wenig Abrieb auf Stroh, Gummimatten oder der schon erwähnten Weide kann ohne regelmäßige Klauenpflege zu einem Problem werden und zu Lahmheiten führen.

es passt nie ... ?

Neben Regelmäßigkeit und Häufigkeit der Pflegemaßnahmen gilt es noch den richtigen Zeitpunkt für eben diese zu bestimmen. Grundsätzlich ist vor dem Trockenstellen eine gute Gelegenheit. Sollte danach allerdings der Wechsel in einen neuen Stall oder auf einen anderen Bodenbelag anstehen, sollten Landwirte lieber einen anderen Zeitpunkt wählen.

5 Schritte zur gesunden Klaue

Im Artikel „Monitoring der Klauengesundheit in Milchviehherden und Funktionelle Klauenpflege“ beschreibt Johann Kofler von der Vetmed Uni Wien unter anderem die 5 Schritte bei der Durchführung der funktionellen Klauenpflege:

  • Es beginnt mit dem Kürzen der Vorderwand und Beschneiden der Bodenfläche der Innenklaue. Im unten verlinkten Artikel ist der erste Schritt detailliert erläutert.
  • Im zweiten Schritt ist dann die Außenklaue an der Reihe, die erst entlastet und dann in Länge sowie Sohlendicke der Innenklaue angepasst wird. Diese Gleichmäßigkeit von Außen- und Innenklaue sollte aber nicht erzwungen werden. Ist dafür ein übermäßiges Dünnschneiden der Außenklaue notwendig, ist für die Kuh sogar besser, wenn die Außenklaue höher als die Innenklaue und damit stabil bleibt.
  • Im dritten Schritt sollte eine Hohlkehlung im hinteren axialen Bereich der Sohle herausgearbeitet werden, um eine Entlastung zu ermöglichen. Die Hohlkehlung ist wichtig und notwendig zur Selbstreinigung und Mikrobewegung der Sohle. Anschließend werden in diesem Schritt noch überschüssiges Horn und eben solche Kanten rund um den Zwischenklauenspalt entfernt. Wichtig dabei: der innere Tragrand darf nicht beschnitten werden, sonst droht Instabilität.
  • Der vierte Schritt ist eine Besonderheit, greift dieser doch lediglich im Falle einer Klauenerkrankung. Sollte es also dazu gekommen sein, besteht die Aufgabe in der Entfernung des kranken und losen Gewebes mit dem Ziel der Entlastung des erkrankten Gebietes. Dazu zählen lose Wände, Doppelsohlen, abgelöstes Ballenhorn, Sohlengeschwüre und Wandgeschwüre mit Hornklüften an abaxialer Wand.
  • Zuletzt - also im fünften Schritt - wird loses Horn entfernt und die Afterklauen werden gekürzt, gefolgt von einer Kontrolle des Zwischenklauenspaltes durch den Klauenpfleger/die Klauenpflegerin. Sollte ein Tier von Ballenfäule betroffen sein, muss noch zerfurchtes Horn aus dem Weichballenbereich entfernt werden. Der Tragrand wird lediglich auf scharfe Horngrate kontrolliert und diese sollten dann auch beseitigt werden, ansonsten bleibt er unangetastet.

Cool bleiben!

Ein wichtiger Hinweis für einen reibungslosen Ablauf: obwohl eine gute Klauenpflege regelmäßig stattfinden sollte, ist diese für die Tiere nicht alltäglich. Ein ruhiges Auftreten in Kombination mit einem entspannten Umgang mit den Tieren ist wichtig, um sie nicht über den Akt der Pflege hinaus zu stressen. Laute Stimmen sollten grundsätzlich vermieden werden.

Planen !

Stimmen Sie mit Ihrem Maschinenring die nächsten Termine zur Klauenpflege ab und lassen Sie sich von den dortigen Fachleuten beraten.

Lesen Sie auch unsere Tipps zur Klauengesundheit Teil 1 und Teil 2 sowie zum Thema Klauenreinigung und -bäder

 

Quelle: Monitoring der Klauengesundheit in Milchviehherden und Funktionelle Klauenpflege

Text: Sören Schewe, Foto: Landpixel

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