Fußbad für die Kühe

Klauenerkrankungen gelten als multifaktoriell, es müssen also mehrere problematische Aspekte zusammenkommen. Dabei reden wir über einen Komplex, der von einer nicht tiergerechten Fütterung, über eine unregelmäßige oder gar unsachgemäße Klauenpflege bis hin zu stallbaulichen Aspekten - zu weiche Böden können dabei ebenso problematisch sein wie zu raue Oberflächen - sowie der Hygiene reicht.

Keime spielen eine enorm wichtige Rolle, schließlich führt eine beschädigte Klaue allein noch nicht zu einer Entzündung. Aber Keime können sich genau über diese Schäden „Zutritt“ verschaffen. Ein gutes Management ist notwendig, um die Klauengesundheit in der Herde sicherzustellen. Es dürfen gar nicht erst genügend Probleme zusammenkommen, um eine Erkrankungen der Klauen zu begünstigen.

Der Themenkomplex rund um Klauenbäder, -reinigung sowie -desinfektion sollte dabei lediglich eine Ergänzung für ein solides Management darstellen. Das grundsätzliche Ziel sollte immer eine gute Hygiene und damit eine Minimierung des Infektionsdruckes sein.

Klauenreinigung, Klauenbad, Klauendesinfektion

Bevor eine Kuh auch nur einen Fuß in ein Klauenbad gesetzt hat, muss eine gründliche Reinigung der Klauen erfolgen, schließlich wollen wir nicht den Schmutz desinfizieren. Das Abspritzen der Klauen mit Wasser im Melkstand ist dabei keine gute Idee, werden auf diese Weise doch die Keime in der Umgebung verteilt. Auch die Zitzen könnten davon betroffen sein und auf diesem Wege kontaminiert werden, was natürlich vermieden werden sollte.

In der Praxis

Viel sicherer und effektiver sind dagegen Wannen - am besten zwei hintereinander, wobei die erste für die Reinigung zuständig ist, während in der zweiten Wanne die Desinfektion stattfindet. Auf diese Weise kann das Desinfektionsmittel seine Wirkung besser entfalten. Wichtig: die Wannen sollten in einem Abstand von zwei Schrittlängen voneinander positioniert sein. Völlig ausschließen lässt es sich nicht, aber so ist es zumindest weniger wahrscheinlich, dass die Kühe in das Reinigungsbecken koten. Aber auch ohne Kot im Becken sollten die Bäder zwischendurch erneuert werden - dafür sollten Landwirte den Verschmutzungsgrad im Blick haben. Für jene, die sich damit schwer tun, gibt es einen Richtwert: alle 150 - 200 Tiere sollten die Lösungen in den Wannen erneuert werden. Leerung und folgende Befüllung der Wannen geht mittlerweile auch automatisch. Sollte die Installation einer Anlage mit Bädern im Betrieb nicht möglich sein, gibt es als Alternative auch Sprühverfahren.

Cool bleiben !

Der Vorgang der Reinigung und Desinfektion sollte entspannt ablaufen, die Kühe sollten die beiden Wannen idealerweise weder im Galopp durchqueren noch seitlich ausbrechen. Dabei hilft ein ruhiger Umgang mit den Tieren. Milchkühe sind zwar an Menschen gewöhnt, aber auch sie haben eine Fluchtzone und reagieren auf neue Umstände erstmal skeptisch. Ebenfalls wichtig: laute Geräusche/Stimmen und starke Licht/Schatten-Kontraste sollten vermieden werden, um die Tiere nicht zu irritieren.

Planen !

Stimmen Sie Sie mit Ihrem Maschinenring die nächsten Termine zur Klauenpflege ab und lassen Sie sich von den dortigen Fachleuten beraten.

Lesen Sie auch unsere Tipps zur Klauengesundheit Teil 1 und Teil 2 und zur Klauenpflege im Detail.

Lesetipps:

Das Beachten der Hersteller-Angaben für die Klauenbäder ist sehr wichtig. Für jene Tierhalter, die sich erinnern, dass man da auch selbst etwas mit Kupfersulfat anmischen könnte, hat die DLG eine kurze Übersicht zusammengestellt.

Text: Sören Schewe, Foto: Landpixel

Weitere Artikel

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren.

Kommentare